„Train the Trainer“

Dank des finanziellen Einsatzes der Peter-Petersen-Stiftung wurde unter anderem dieses Projekt ins Leben gerufen. Am 30.06. fanden sich die Kadertrainer (siehe Bild) in Neumünster ein, um von Artur Yusupov trainiert zu werden.

Im Vorfeld hatte ich gehörigen Respekt vor der angesetzten Dauer von acht Stunden. Spätestens nach einer Stunde hatte ich das klare Gefühl, an dem Tag einfach jede Minute zu genießen, die ich an diesem Ort anwesend sein durfte.

Herr Yusupov brachte eine sehr einladende Art mit, kein bißchen arrogant oder ähnliches. Nach anfänglichen (inneren) Bedenken, ob das Thema vielleicht zu wenig Niveau für uns Kadertrainer beinhaltet, wurde mir sanft und schnell bewusst gemacht, dass das Thema des Tages bestenfalls in meiner Vorstellung „schon sitzt“. Bei dem kleinen Test nach zwei Stunden hatte ich einige Fehler, so dass spätestens dann klar wurde, dass die Aufarbeitung elementarer Turmendspiele für mich Sinn macht. Für die anderen Trainer kann ich hier nicht schreiben, für mich war der Tag unbezahlbar wertvoll.

Dass jetzt meine Einzelschüler dieses Thema auch vorgesetzt bekommen, erscheint mir total logisch. Wenn ich Fehler im Test habe, kann es nicht schaden, dieses Thema im Einzeltraining noch einmal anzupacken. „Schlimmstenfalls“ stellen wir fest, dass das Thema beim Schüler sitzt, ansonsten füllen wir die Lücken. Für meinen Geschmack ist das auch ein tolles Feedback für Herrn Yusupov, wenn einer seiner Teilnehmer sofort seine Trainingsinhalte benutzt.

Zum Abschluß noch das Teilnehmerfoto, links Viktor Polichuk, dann Michael Kopylov, in der Mitte der langjährige Weltklassespieler Artur Yusupov, daneben die Lübecker Thomas Thannheiser und ich. Das Foto machte Heiko Spaan.

LJEM 2018

Dies wird mein persönlicher Abschlußbericht von der gerade zuende gegangenen LJEM.

Der sportliche Erfolg war aus meiner Sicht hervorragend. Meistertitel in den Gruppen U8w, U10, U12w, U14 und U14w, U16 und U16w, dazu U18, 8 Titel! Dazu noch Qualifikanten für die deutsche Meisterschaft. Mehr geht ja kaum noch…

Die Jugendlichen waren toll, es gab im Analyseraum (mehr kann ich nicht beurteilen) keine Zwischenfälle. Ältere Jugendliche habe ich mit Jüngeren analysieren sehen, hervorragend! Lukas Nagy nahm mit seiner frischen Datenbank auch einiges an Vorbereitungsarbeit auf sich, so dass wir insgesamt ein gut funktionierendes Team waren. Die Laune war auch bei den Erwachsenen gut, die Eltern fand ich durchweg entspannt.

Eine große Hilfe für das Trainerteam war ab Mittwoch Thomas Rosin, der bis zum Turnierende den ganzen Tag bereit stand, Analysen mit Spielern abzuhalten. Matthias Fenski hat auch eine Menge mitanalysiert. Auch die zahlreichen Tagesbesucher halfen sehr, um Analysen durchzuführen. Zum Beispiel war Michael Weiss zu Besuch, Ede sogar zwei mal, Jens Maly, Wolfgang Schwerdtfeger und Sergey Salov. Es waren noch einige mehr, bitte verzeiht, dass mir grad nicht mehr Namen einfallen.

Ein großes Glück für unseren Verein sind aus meiner Sicht die neuen Jugendwarte. Beide waren die ganze Woche vor Ort und hiehlten den Laden sauber (bei Nicole ist das sogar wörtlich zu nehmen). Beide kümmerten sich um wirklich alles, so dass wir Trainer den Rücken für unsere Aufgabe frei hatten. Wenn ich dazu noch die ganze Organisationsarbeit bedenke… Chapeau!

Kinder sind noch so schön cool… in der letzten Runde war ich lange draussen, um nicht ständig neue Wasserstandsmeldungen zu bekommen. Das zerrte nämlich an meinen Nerven, an der Stelle darf ich etwas mehr Abstand gewinnen und weniger „mitleiden“. Konnte ja keiner ahnen, dass extrem viel am Ende gut geht. Als nach und nach die Entscheidungen fielen, hatten ich mehrfach feuchte Augen. Zum Beispiel, als klar war, dass Lisa Sickmann (U10w) zur deutschen Meisterschaft darf. Sie hat sich das so sehr gewünscht, hatte allerdings bei der Jagd nach einem der zwei Plätze Katerina Bräutigam vor der Nase und musste sich gegen eine Schar Verfolgerinnen wehren. Als gerade 8 gewordenes Mädchen in der U10 ein Riesenerfolg.

Die größte Überraschung lieferte sicherlich Vitus Nassat. Bis zur letzten Runde hat er das Turnier U16 angeführt, sehr souverän. Der schließlich erreichte zweite Platz bestätigt seine hervorragende Saison in der Herrenlandesliga. Nur Tom Linus landete vor Ihm. Tom zeigt zur Zeit eine überragende Form, eine Woche vor seinem U16-Titel gewann er die Vormeisterklasse bei der Herrenlandesmeisterschaft. Bevor ich mich hier verpflichtet fühle, jeden Titelträger mit Namen zu nennen, breche ich die Lobhudelei lieber ab. 🙂

Die kompletten Ergebnisse sind hier abrufbar.

 

Next Level Workshop am 28.10.

Next Level Workshop

Am 28. Oktober findet von 14 bis 18 Uhr der nächste Workshop im Lübecker Schachverein statt.

Ab sofort sind wir dort in der Lage, direkt gegeneinander zu spielen, was ich jedem interessierten Teilnehmer anbiete. Dafür geht der Teilnehmer für die Partie in einen Nebenraum und spielt vom vereinseigenen Laptop aus gegen mich. Ich erkläre für die anderen Teilnehmer wie üblich während der Partie meine Gedankengänge. Nach der Partie kommt der Spieler zurück und wir können gemeinsam die Partie durchgehen. Je nach Interesse nimmt das direkte Spielen etwa ein Drittel der Gesamtzeit in Anspruch. Ein weiteres Drittel beansprucht das „herkömmliche“ Spielen gegen Gegner im Internet, wobei ich kommentiere, Fragen beantworte, und Ideen der Teilnehmer in die Partien einfliessen lasse. Je nach Bedarf werden auch diese Partien anschließend analysiert. Im letzten Drittel können Teilnehmer auf dem Spielaccount, der eigens für die Workshops angelegt wurde, gegen starke Gegner spielen (aufgrund der relativ hohen Wertungszahl lassen sich Gegner weit über 2000 problemlos finden).

Die Praxis der bisherigen Workshops hat gezeigt, dass dieses Trainingskonzept Spaß macht und die Effekte greifen. Das Feedback zeigt, dass vor allem im Bereich der Planfindung und anschließender Durchführung Lernerfolge erzielt werden können, indem man einem stärkeren Spieler live „in den Kopf guckt“. Weiteres Feedback zeigt, dass hin und wieder in den Partien Konzepte zur Diskussion stehen, die einigen Teilnehmern komplett unbekannt waren. Hier ist ein sofortiger und direkter Lernerfolg sichtbar.

Teilnahmegebühr : 29 Euro
Offen ohne Alters – oder Spielstärke – Begrenzung

Siebte und damit letzte Runde

U14

Kolja konnte seinem Status als hoher DWZ-Favorit schnell gerecht werden, während Jalel mal wieder ein Endspiel mit Minusfigur verteidigte. Leider gelang ihm das nicht endgültig, 1-1. Stunden später überschritt Tilo in ausgeglichener Stellung die Zeit. Sehr ärgerlich, vor allem für Ihn selber. Tom kämpft zu diesem Zeitpunkt um das Mannschaftsremis, er wird es voraussichtlich gewinnen. Damit endet die Mannschaft auf einem Mittelfeldplatz.

U12

Als Erstes verlor Mattis seine Partie. Sein Widerstand reichte nicht, um seine schlechte Stellung zu verteidigen. Robert bekam dann in einem Endspiel mit Minusbauer ein Remisangebot, was er dankend annahm. Joa spielte eine spannende Partie, nach der Abwicklung ins Endspiel konnte nur noch der Gegner gewinnen. Nach geschickter Verteidigung übersah Joa nur einen einzigen Zug und verlor dann doch noch. Dima gewann „zur Ehrenrettung“ noch seine Partie, am Ende also 6-8 Punkte und eine leicht schlechtere Platzierung als die Startrangliste vorgab.

Ab nach Hause! 🙂

Sechste Runde

Die U12 hatte keine Chance gegen die Mannschaft von den Schachfreunden aus Nord-Ost Berlin. Als Erstes verlor Niklas chancenlos. Danach wurde zwar hart gekämpft, aber dann musste Dima sich doch geschlagen geben. Mattis konnte trotz seiner Bemühungen das schlechte Endspiel nicht verteidigen. Am Ende vergab Joa seine Gewinnstellung zum Remis. Das war insgesamt eine Klatsche. Die Jungs haben es mit Fassung getragen und genießen den letzten Abend in Magdeburg.

Die U14 hat gegen den Reideburger SV lange gut mitgehalten, und das auch noch an Tisch 1, wo die Partien live ins Internet übertragen wurden. Irgendwann musste Kolja das hoffnungslose Endspiel aufgeben, bald danach verloren Jalel und Tom. Tilo kämpft wacker weiter, zu diesem Zeitpunkt läuft die Partie noch. Der Kampf ist verloren, und somit geht es für beide Mannschaften in der letzten Runde nur noch um die Ehre.

Fünfte Runde

Beide Mannschaften bleiben im Rennen um die Qualifikationsplätze!

Die U14 gewann 2,5-1,5 gegen Hagen. Die Partien dauerten sehr lange, als Erster wurde Jalel fertig. Er rettete mit erfindungsreichem Gegenspiel eine Partie mit Minusfigur. Irgendwann ging es Schlag auf Schlag. Tom wickelte souverän ins gewonnene Bauernendspiel ab, und Tilo spielte eine wilde Partie, die er am Ende taktisch für sich entschied. Kolja konnte seine geschickt herausgespielte Mehrfigur nicht halten und verlor aufgrund seines offenen Königs am Ende noch die Partie. Die Spieler sind angespannt und wollen hier noch was reißen.

In der U12 gab es einen hohen Sieg gegen Eppendorf. Als Erster gewann Niklas gegen einen überforderten Gegner. Im Anschluß vereinbarte Mattis ein Remis, was der Mannschaft enorm weiter geholfen hat, da Joa schon ziemlich gut stand. Am Ende gewann Joa auch seine vorteilhafte Stellung. Die Gegnerin von Robert überschritt in klar gewonnener Stellung die Zeit. Damit konnte niemand rechnen, wir nehmen das 3,5-0,5 dankend mit und gucken, ob wir nach oben noch ein Wörtchen mitreden können.

Das wird eine spannende Nachmittagsrunde für beide Mannschaften!

Vierte Runde

Die U 14 hatte in der Nachmittagsrunde das Pech, dass Tom sich Magenprobleme eingehandelt hat und einem 400 Punkte schwächeren Gegner nach wenigen Zügen Remis anbot (was sofort angenommen wurde). Danach verhedderte Kolja sich in der Eröffnung und stand sehr schnell aalglatt auf Verlust. Jalel und Tilo hängten sich richtig rein, um das auszugleichen, allerdings verloren beide schlußendlich Ihre Partien. Die Kampfmoral war trotzdem beeindruckend. Leider steht damit das Team mit dem Rücken zur Wand, was die Qualifikation angeht. Wahrscheinlich darf die Truppe noch höchstens einen Mannschaftspunkt abgeben, um das Ziel zu erreichen. Dafür geht es Tom schon deutlich besser, es gibt wichtigeres als Schach…

Die U12 ging als hoher Favorit in einen Kampf gegen drei Gegner. Das vierte Brett wurde freigelassen, was Niklas einen kampflosen Punkt brachte. Dann verlor Mattis in seiner ersten echten Partie in diesem Turnier nach scharfem Spiel. Robert machte ziemlich ungefährdet den Ausgleich, was Dima an Brett 1 die Aufgabe überließ, gegen einen 250 Pünkte höher gewerteten Gegner in einem komplizierten Damenendspiel Remis zu halten. Das Ziel erreichte er ziemlich sicher, somit also 2,5-1,5.

Dritte Runde

Supergau für die U12. Das Freilos wurde uns zugelost. Abends waren die Kids etwas down, aber das legte sich schnell. Der Vormittag wurde mit Tischtennis und einem Stadtbummel verbracht.

Die U14 holte sich das nächste 2-2. Hier spielte zuerst Kolja Remis, dann remisierte Tom. Nachdem Tilo in einer schwungvoll vorgetragenen Angriffspartie den vollen Punkt einfahren konnte, kämpfte Jalel verbissen um den Mannschaftssieg. Die Stellung war leider zu schlecht, um noch etwas zaubern zu können.

Zweite Runde

Die U12 bekam trotz der Erstrundenniederlage einen nominell stärkeren Gegner zugelost, die Nummer Sieben der Rangliste. Niklas verlor ähnlich schnell wie Dima gewann. Nachdem Robert sich geschickt gerade so in ein Remis retten konnte, spielte mal wieder Joa die entscheidende Partie. Er hatte ein Materialplus, fand allerdings keinen gut funktionierenden Plan gegen den „Verzweiflungsangriff“ des Gegners und musste am Ende die Waffen strecken. Zwei 1,5-2,5 Niederlagen am ersten Tag. Schon etwas bitter. Mattis hatte nachmittags auch nicht gespielt, da Ihn derbe Kopfschmerzen plagten und er sich lieber für den Rest des Turniers schonte. Abends geht es Ihm schon deutlich besser und morgen früh kann er hoffentlich ausgeruht ins Turniergeschehen eingreifen.

Die U14 ist eine Kämpfertruppe! Als ich zum Abendbrot entschwand, hätte ich keinen Pfifferling mehr auf etwas Zählbares gewettet. Aber der Reihe nach: Jalel verlor nach einer Unkonzentriertheit in schon schlechter Stellung. Dafür konnte Kolja sicher den Punkt nach Hause fahren. Thilo hatte ein sehr schwieriges Endspiel, das mit der Zeit immer schlechter wurde und irgendwann glatt verloren war. Toms Endspiel war auch schlechter für Ihn, aber mit besseren Rettungschancen. Dann bot Toms Gegner Remis an, da sein Kollege ja gewinnen würde. Tom nahm dankend an, und anschließend „verdaddelte“ Thilos Gegner das Endspiel ins Remis. Thilo bot hervorragend Widerstand und stellte stets die größtmöglichen Aufgaben, was sich auszahlte. Also am Ende ein 2-2 gegen die Nummer Zwei der Setzliste. Für die Jungs läuft es! Daumendrücken, bitte!

Erste Runde NDVM

Die U14 gewinnt völlig ungefährdet Ihre Auftaktpartie gegen die Schachzwerge Magdeburg. Recht schnell war die Mannschaft mit 2-0 vorne, nachdem Jalel und Kolja gewannen. Thilo brauchte etwas, um seine glatte Mehrfigur in den Gewinn umzumünzen, und Tom verteidigte ein schlechtes Turmendspiel erfolgreich zum Remis. 3,5-0,5.

Die U12 lieferte einen harten Kampf gegen die an Eins gesetzten Schachzwerge Magdeburg. Niklas gewann als Erster, sodass die Schachzwerge unter großem Druck standen. Im weiteren Verlauf musste Dima sich in der Dracvhenvariante des Sizilianers geschlagen geben. Beide Spieler griffen ohne Rücksicht auf Verluste an, und sein Gegner war leider etwas schneller. Schon weit in der Mittagszeit musste Joa dann einsehen, dass Ihn sein 280 Punkte stärkerer Gegner überspielt hat. Robert steuerte dann noch ein Remis bei, und die Partie hätte auch den vollen Punkt bringen können! Somit das knappeste Ergebnis, leider gegen uns: 1,5-2,5.